#saveagirl: null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung

Als ich zum ersten Mal den Film „Vulva 3.0“ gesehen habe, der im Auftrag von Frauen*-Referat des AstA der TU Berlin gezeigt wurde, habe ich angefangen, über die verschiedenen Problemen, den Alltag, die Traditionen und das tragische Dasein der Frauen nachzudenken.

Das tragische Frausein.

Diese Gedanke verfolgt mich seit ich 6 bin. Damals hatte ich schon Angst, ein Kind zu bekommen. Ich hatte Angst vor Schmerzen. Ich höre immer noch, wie meine Mutter mir sagt: „Das ist das Kreuz, das die Frauen tragen müssen. Das ist unser Schicksal, zu leiden. Das ist unsere Bestimmung, Schmerzen zu haben“. Weil wir Frauen sind. „Sie sind doch eine Frau, sie werden die Schmerzen schon ertragen“, sagt eine Protagonistin in einem sowjetischen Film.

Sind wir dazu verdammt, mit dem Schmerzen zu leben?

Im Film „Vulva 3.0“ erzählt eine Frau von der Genitalverstümmelung der Frauen, genauer gesagt, der Mädchen. Als ich vor vielen Jahren von einer Beschneidung (auch von Männer) gehört habe, konnte ich das nicht glauben! Was gibt es da bei den Frauen zu beschneiden?? Und jetzt erfahre ich, dass es sogar vier Formen der weiblichen Genitalverstümmelung gibt! Das hat mich nachdenklich und sehr traurig gemacht.

In Afrika verstümmeln Frauen die Frauen.

Frauen kontrollieren Frauen.

Frauen sterben.

Das macht mich wütend und traurig. Ich hatte die Bedürfnis zu helfen und habe die Organisation „Terre des Femmes e.V“ https://www.frauenrechte.de/index.php aufgesucht und gespendet. Ich weiß nicht, ob es auf irgendeiner Weise hilft, Mädchen vor einer Tradition -von der ich keine Ahnung habe-zu schützen. Doch mir war es wichtig.

Heute, am Internationalen Tag „Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung“, habe ich eine E-Mail von der „Terre des Femmes“ bekommen. Die Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle erzählt von der „Terre des Femmes“-Partnerorganisation AIM (Amazonian Initiative Movement), die gegen weibliche Genitalverstümmelung in Westafrika, in Sierra Leone, kämpft.

Frau Stolle schreibt: „…Dabei sind 90 Prozent aller Mädchen und Frauen dort betroffen. Kein Gesetz schützt sie davor. Die meisten leiden ihr ganzes Leben lang an den körperlichen und psychischen Folgen. Denn diese schwere Menschenrechtsverletzung ist irreversibel. 25 Prozent sterben sogar daran. Kurz nach dem Eingriff werden Mädchen in Sierra Leone verheiratet und von der Schule abgemeldet. Ein Leben in Abhängigkeit und Chancenlosigkeit erwartet sie…“.

Frau Stolle erzählt auch von mutigen Mädchen, die es wagen, „Nein“ zu FGM – female genital mutilation- zu sagen. Sie können nicht mehr nach Hause. „…Im Schutzhaus wachsen sie unversehrt auf, dürfen weiter zur Schule gehen und spielen…“. „Mädchen müssen unversehrt aufwachsen können“, schreibt Stolle und ich stimme ihr 100% zu.

Ich habe auch heute für das Mädchenschutzhaus gespendet. Ich weiß es nicht, wieso ich das tue. Die tolle Rolle der weißen Beschützerin, die das alles gar nicht trifft? Die Hoffnung auf unversehrte Kindheit für „die Schwester im Geiste“? Ich weiß es nicht. Vielleicht möchte ich nicht, dass „die Frau gleich Schmerz“ bedeutet.

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