Grenzen, Heimat, Sprache

Manche Orte sind besonders. Manche Menschen machen manche Orte besonders.

Oderberg

Wo man frei atmen kann, wo man hinter den Horizont schauen kann, wo man das spüren kann, was man nirgendwo spürt. Wo man über die Grenze schaut und feststellt – wir sind uns so nah!

Lebenstanzkreis, Oderberg, 2019

Wir sind Nachbarn und doch sind wir uns so fern und wissen so wenig von einander. Meine Sprache ist deine Sprache und meine Heimat ist die deine.

Ich nenne es “ das Hexenhäuschen“, Oderberg.

Wir sind glücklich, woanders leben zu können, als dort, wo wir geboren sind. Neue Liebe, neue Freunde. Und doch weinen wir, wenn wir das Lied in unserer Sprache singen, alte Gedichte aus unserer Kindheit lesen und uns erinnern, wo genau wir in der Klasse unserer alten Schule gesessen haben und dieses Gedicht lernten.

Wasseraltar, Oderberg

„Heimat ist dort, wo deinem Hintern warm ist“, sagt der Protagonist eines russischen Films aus den 90ern.
Manche sagen: „Heimat ist dort, wo du aufgehört hast, wegzulaufen“.
In jeder seinen Sendungen „Männerhaushalt“ stellt Torsten Sträter seinen Gästen immer wieder dieselbe Frage: „Was ist für dich Heimat?“. Einige antworten: „Heimat ist die Sprache“.

Musik im Metall

Du kannst aus deinem Dorf fliehen, aber das Dorf bleibt für immer in dir drin.
Manche Grenzen sind da, um sie zu überwinden. Wir haben „rübergemacht“ und es ist gut so.

Feuerlaternen der Erde

Wir sind da, wo wir sein sollen. Ich wünschte ich könnte fliegen. Von oben sieht man die Grenzen nicht.
Wir sind so verschieden, aber trotzdem sind wir zusammen.

Oderberg, 2019. Die Grenze zwischen Deutschland und Polen.

Gezähmte Natur

Calvinstraße, Berlin
Das sind für mich kleine Gärten der Meditation, Ruhe und Entspannung.

Die Schönheit der Welt ist überall, sie umgibt uns, wir müssen nur bereit sein, unseren Augen und Herzen öffnen zu wollen. In solchen Momenten bereue ich, dass ich keine professionelle Kamera dabei habe, um jedes Detail zu dokumentieren, um die flüchtige Schönheit des Augenblicks so gut wie möglich festzuhalten.

Weg mag das wohl sein? Wer hat das alles sorgfältig gestaltet?

Aber mein Handy ist ein bescheidener Helfer auf der Jagd nach der schönen Überraschungen, die unsere Welt für uns immer wieder bereit hält. Wir müssen nur hinsehen!

Wenn ich immer wieder vorbei gehe, dann vergesse ich den Stress des Alltags und bin weit-weit weg…

Ich vermute, diese kleine Gärten der Ruhe und Entspannung wurden von Kinder und Erzieher*innen aus benachbarten Kindergarten arrangiert. Materialien und Dekorationen wechseln sich ständig im Verlauf der Jahreszeiten und ist einfach spannend es zu beobachten.

Einfach und schön!

Mmh, und wer bist du?

Ja..ich hätte nie gedacht, dass es so schwierig sein könnte, auf diese Frage zu antworten (ich sitze hier schon bestimmt eine dreiviertel Stunde!). Wer bin ich eigentlich? Der Philosoph in mir sagt: „Ich bin alles und nichts.“; der Pessimist: „Ich bin hier, um die Luft zu verschmutzen und die Erde unter meinen Füßen niederzutreten.“; der Soziopath fragt: „Wen interessiert’s?“; der Altruist in mir schreit: „Ich bin hier, weil dich jemand braucht! ohne dich würde nichts klappen!“
Wie ein russischer Dichter eins schrieb: „Wenn die Sterne am nächtlichen Himmel funkeln, dann heißt das, jemand braucht sie!“ Wow, na wenn man so denkt… Aber zurück in die (grausame) Realität. Ich werde doch in der Lage sein, etwas von mir erzählen zu können! (Sagte sie und stellte sich vor, in einem Deutschunterricht zu sein.)

Hallo! Ich heiße Elizaveta, ich bin 31 Jahre alt. Ich komme aus Russland, wo ich als Englischlehrerin und Übersetzerin tätig war und einen Bachelor in Linguistik und Übersetzungswissenschaft gemacht habe (die Sprachen sind einfach wunderschön!). Seit 2012 lebe ich in Deutschland und seit kurzem studiere ich Deutsch als Fremd- und Fachsprache (ich habe das Gefühl, dass ich mein ganzes Leben nur lerne…wann werde ich schon alles können??). Ich stelle mir fast jeden Tag die Fragen wie „Was ist für uns die Heimat?“, „Was ist für uns die Sprache?“, „Wo kommen wir her und wo gehen wir hin?“, „Woran glauben wir?“, „Wieso sind wir hier?“.

Ich bin seit 3 Jahren Heidin und seit kurzem Teil des OBOD (dank Lisa Laqua *Kuss*) und des Asahood Berlin e.V., eine Ásatrú Gemeinschaft in Berlin. Ich interessiere mich für slawische und nordische Mythologie, Geschichte des Paganismus in Russland und beobachte die Entwicklung des Neo-Heidentums in Ost-Europa. Die Kraft der Magie und Heilung als Teil des menschlichen Könnens ist sehr wichtig für mich zu erforschen.

Und das Wichtigste zum Schluss! Ich bin die neue Co-Redakteurin des AnamRua Blogs! Yippieh! Ich bin sicher, Ihr werdet von mir durch meine Beiträge, Fotos, Geschichten, Gedanken, Diskussionen, Fundstücke mehr erfahren! Es ist wirklich seltsam, von sich selbst zu erzählen.

Ich freue mich riesig, ein Teil dieses wunderschönen Projekts zu sein, mein spirituelles Leben und magischen Alltag mit Euch teilen zu dürfen, uns als Redakteuere einander zu ergänzen. Es ist mir eine Ehre, mit Lisa zusammen zu arbeiten, denn ohne Sie wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin!

Heil uns, den Glorreichen!
Ich freue mich!

Eure Elizaveta